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miese-jobs.de Nachrichtenüberblick 7/2016

5. April 2016 | Markus Krüsemann

obs gibt es jede Menge - sei es in Leiharbeit, Werkvertrags-Konstruktionen, Minijobs, befristeten Beschäftigungsverhältnissen, Teilzeitjobs und im Niedriglohnbereich. Wir veröffentlichen in der Regel alle 14 Tage einen Überblick über Nachrichten und Berichte zu unsicheren und schlecht bezahlten Arbeitsverhältnissen. Das Topthema dieser Ausgabe: Flexibilisierung.

Die nächste Ausgabe dieses Nachrichtenüberblicks erscheint am Dienstag, dem 19.04.2016.

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1] TOPTHEMA: FLEXIBILISIERUNG

Die stete Forderung der Wirtschaft nach einer Flexibilisierung des Arbeitsmarktes und der Arbeit allgemein hat immer wieder (saure) Früchte getragen. Die Ausbreitung atypischer und prekärer Beschäftigung gehört dazu. Die Flexiblisierung der Arbeitszeiten ebenfalls. Letztere lassen sich wohl noch nicht flexibel genug komprimieren (Arbeit auf Abruf) oder ausdehnen, weshalb die Arbeitgeber gerne die Axt an für sie lästige Arbeitsschutzgesetze legen würden.

Es gibt aber auch den anderen Flexibilisierungsdiskurs: Das Aufbrechen starrer Arbeitszeiten - Flexibilisierung in Form einer besser an den Wünschen und Bedürfnissen der Beschäftigten ausgerichteten Neuverteilung und -organisation der Arbeit. Es sind vermutlich Hoffnungen auf Produktivitätssteigerungen, die Unternehmen veranlassen, sich dafür zu öffnen. Zunächst aber fordert dies von den Unternehmen selbst Flexibilität, die oft (noch?) nicht vorhanden ist... Doch lesen Sie selbst:

Flexible Arbeitsmodelle individuell ausgestalten

In punkto flexibles Arbeiten sehen Beschäftigte noch große Verbesserungspotenziale bei ihren Arbeitgebern, wie eine Studie von Berufundfamilie und dem Institut für Beschäftigung und Employability (IBE) ergab.

Der Grund für die Nachfrage nach der Flexibilisierung des Arbeitens und die gewünschte Form sowie das Ausmaß variieren jedoch nach Lebensentwurf. Hier liegt der Knackpunkt für die individualisierte Personalpolitik. Sollen Angebote des flexiblen Arbeitens greifen, müssen diese entsprechend des Lebensentwurfs ausgeformt werden können.

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Quelle: Haufe.de vom 04.04.2016

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Die Homeoffice-Revolution bei Daimler

Grenzenlos frei, selbstbestimmt, flexibel – arbeiten, wo und wann es gerade passt (...) 80 Prozent der Befragten wünschen sich mehr zeitliche und räumliche Autonomie. Das ist das Ergebnis einer großangelegten Online-Untersuchung des Stuttgarter Autokonzerns.

Die Botschaft von Auto-Boss Dieter Zetsche an seine Leute: "Ich höre euch zu. Ich will die Arbeit für Euch schöner machen." (...) "Hierarchiestruktur, Meetingkultur, Leistungsbewertung – alles kommt auf den Prüfstand", kündigte er an.

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Quelle: Stern.de vom 02.04.2016

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Für Personaler ein "Hausfrauensammelbecken"

Für viele Unternehmen rechnet sich Teilzeit nicht. Personaler erzählen, warum es sich eher lohnt, Mütter mit Teilzeitwunsch aus der Firma zu mobben.

"Die Flexibilität der Arbeitgeber ist nicht vorhanden (...)", sagt dieser Personaler. Dass man in Betrieben, in denen rund um die Uhr in drei Schichten gearbeitet wird, keine flexiblen Modelle anwenden könne, ist für ihn nachvollziehbar. (...) Aber in Verwaltungen und bei vielen Dienstleistern könnte es Lösungen geben, wenn man wollte, sagt er.

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Quelle: Zeit online vom 01.04.2016

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Der Arbeitsplatz der Zukunft: Schon jetzt bereit für die Fachkräfte von morgen

Um Fachkräfte zu gewinnen und zu binden, sollten Unternehmen die Trends für den Arbeitsplatz der Zukunft schon heute kennen und umsetzen. Work-Life-Balance, Home-Office und Flexibilität - das sind die Schlagwörter.

Fachkräfte sind im beruflichen Alltag flexibel und erwarten dies auch vom Unternehmen und ihrem Arbeitsplatz. In Zeiten des allgegenwärtigen Internets, (...) setzen Mitarbeiter voraus, dass Ihr Arbeitsplatz technisch auf dem neuesten Stand der Technik ist und sie optimal unterstützt.

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Quelle: Computerwoche.de vom 31.03.2016

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Arbeitszeiten: Schon heute flexibel und fair möglich

Die Arbeitgeber wollen den Acht-Stunden-Tag kippen. Angeblich sei das Arbeitszeitgesetz zu starr für die Arbeitswelt von morgen. Das ist falsch: Schon heute sind flexible und gleichzeitig faire Arbeitszeitregeln für Beschäftigte möglich. Davon ist DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach überzeugt.

Der Acht-Stunden-Tag bleibe auch in der digitalisierten Arbeitswelt "eine unabdingbare Voraussetzung für mehr Flexibilität, denn Arbeit braucht auch in Zukunft vernünftige Grenzen", so das DGB-Vorstandsmitglied im Handelsblatt. "Auch wenn viele Beschäftigte nicht mehr 'nine to five' arbeiten, darf daraus nicht 24/7 werden."

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Quelle: DGB online vom 30.03.2016

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Nahles will neue "Wahlarbeitszeit"

"Wenn Unternehmen Flexibilität einfordern, müssen sie diese auch möglich machen. Wir müssen weg von der reinen Anwesenheits-Kultur, hin zu mehr Homeoffice und anderen flexiblen Möglichkeiten kommen."

Nahles wies darauf hin, dass mehr als ein Drittel der Angestellten, die bislang nicht im Homeoffice arbeiten, dies gerne regelmäßig oder gelegentlich tun würden. Dies müsse jedoch "ein fairer Deal sein. Für mich ist klar, dass es mehr Flexibilität nur gegen mehr Sicherheit geben kann".

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Quelle: Süddeutsche.de vom 30.03.2016

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Arbeitgeber fordern flexiblere Arbeitszeiten - DGB für Recht auf Ruhe

Deutschlands Unternehmer fordern mehr Flexibilität bei den gesetzlichen Regelungen zur Arbeitszeit. "Es sollte zum Beispiel möglich sein, auch einmal über zehn Stunden hinaus zu arbeiten und den Ausgleich hierfür an anderen Tagen zu nehmen", sagte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer.

Kramer betonte: "Ein wichtiges Anliegen der Arbeitgeber ist ein flexibles Arbeitszeitgesetz." So sollte das Arbeitszeitrecht von einer Tageshöchstarbeit auf eine Wochenarbeitszeit umgestellt werden. "Es geht nicht darum, die Arbeitszeiten pauschal zu verlängern, sondern flexibler auf die Wochentage verteilen zu können."

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Quelle: FAZ.net vom 29.03.2016

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LINKE gegen Flexibilisierung der Arbeitszeiten

"Die Forderungen der Arbeitgeber, mehr als zehn Stunden Arbeit täglich und mehr als 48 Stunden in der Woche zu legalisieren, laufen auf eine Rückkehr ins 19. Jahrhundert hinaus", sagte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der LINKEN im Bundestag, Sabine Zimmermann, der Tageszeitung "neues deutschland" (Mittwochausgabe).

"Viele arbeiten jetzt schon rund um die Uhr. Stress und Krankheiten nehmen zu. Unter den unberechenbaren Arbeitszeiten leidet das Familienleben", so Zimmermann.

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Quelle: Finanzen.net vom 29.03.2016

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Gewerkschaft NGG warnt vor Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) lehnt den Vorstoß der Arbeitgeberseite zur Flexibilisierung von Arbeitszeiten ab. In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte NGG-Vorsitzende Michaela Rosenberger: "Eine Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes wäre fatal und unnötig."

Bereits jetzt seien die Grenzen der Beschäftigten in Sachen Flexibilität und Arbeitsbelastung erreicht. "Übermäßiger Zeitdruck, ständige Überstunden, Nichteinhalten von Pausen. Das alles gibt es schon heute und das macht die Menschen krank", warnte Rosenberger.

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Quelle: Hannover-Zeitung.net vom 29.03.2016

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Kampf um die Arbeitszeit - Neue Regeln für Homeoffice und Co. nötig?

Teilzeit, Gleitzeit, Arbeitszeitkonten - viele Menschen in Deutschland arbeiten längst jenseits des immer gleichen Vollzeitjobs von neun bis fünf. Doch nun soll die Debatte über Homeoffice und fließende Zeiten für den Job erst richtig losgehen. „Viele Beschäftigte sind offen für Flexibilität“, sagt Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles.

Beispiel Homeoffice: Ein Drittel der Beschäftigten arbeitet laut Umfragen gelegentlich im Homeoffice - doch bei 84 Prozent davon steht laut Deutschem Gewerkschaftsbund (DGB) dazu nichts im Arbeitsvertrag.

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Quelle: Merkur.de vom 29.03.2016

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Opfer der Flexibilisierung

Die Hamburger Soziologin Alexandra Manske wagt eine Zustandsbeschreibung von Lebensbedingungen freier KünstlerInnen. Sie geht dabei über die inzwischen klassisch gewordenen Zuschreibungen der Protagonisten als Kulturunternehmer, Prekarisierungsopfer oder Komplizen der Deregulierung hinaus.

Entweder wurden freiberuflich und selbständig Beschäftigte dieser Branche (...) als Opfer der Flexibilisierung des Arbeitsmarktes gesehen. Oder sie wurden auf der anderen Seite zu Kulturunternehmern hochstilisiert (...). Nicht zuletzt wurden sie als halbwissende Modellgeber der neoliberalen Umgestaltung des Kapitalismus denunziert.

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Quelle: taz.de vom 27.03.2016

 

2] WEITERE MELDUNGEN

Thüringen mit dem größten Lohnplus in Deutschland

Nach den Daten des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung“ legten die Löhne in Thüringen seit dem Jahr 2010 um 18,9 Prozent zu. Das bringt Thüringen auf den Spitzenplatz (...). „Die Abkehr von der Niedriglohnstrategie früherer Jahre beginnt sich für die Beschäftigten in Thüringen auszuzahlen“, kommentierte Tiefensee die Entwicklung.

Dagegen sehen die Gewerkschaften in Thüringen kein generelles Abrücken von der Niedriglohnstrategie. (...) Thüringens DGB-Chef sieht vor allem im eingeführten Mindestlohn einen Grund für gestiegene Einkommen in Thüringen. (...) Dessen ungeachtet sei in Thüringen das Lohnniveau generell unverändert noch viel zu niedrig.

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Quelle: Thüringer Allgemeine online vom 04.04.2016

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Wiesenhof-Leiharbeiter einen Tag nach Großbrand gekündigt

Bereits einen Tag nach dem Brand bei Wiesenhof in Lohne am Ostermontag sind die ersten Leiharbeiter offenbar gekündigt worden. Das legen entsprechende Dokumente nahe. (...) Wiesenhof verweist an die verantwortlichen Subunternehmer.

Das Dokument stammt von einer Leiharbeitsfirma aus Lohne, deren Arbeitnehmer in dem Wiesenhof-Betrieb arbeiten. Von insgesamt 1200 Beschäftigten am Standort im Landkreis Vechta haben 750 eine Festanstellung bei Wiesenhof. Die restlichen 450 arbeiten als Leiharbeiter oder per Werkvertrag für Subunternehmer des Geflügelfleischproduzenten.

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Quelle: Neue OZ online vom 01.04.2016

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Rechtsauslegung des Tages: Arbeitnehmerüberlassung

Ein freiberuflicher Kameramann bekommt kaum Aufträge. Kaum gründet er eine Leiharbeitsfirma und verleiht sich selbst, brummt der Laden und er hat eine Vollzeitbeschäftigung.

Zuerst war der Kameramann bei einem öffentlich-rechtlichen Rundfunksender als freier Mitarbeiter beschäftigt (...). Nachdem er nur wenige Aufträge von dem Sender erhielt, signalisierte dieser, dass er als Leiharbeiter häufiger eingesetzt würde. Also verlieh der Mann sich selbst, indem er eine Leiharbeitsfirma gründete, dessen Geschäftsführer er auch war.

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Quelle: junge Welt online vom 01.04.2016

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Stärkstes Lohnplus seit 20 Jahren

Die Arbeitnehmer in Sachsen-Anhalt haben nach Angaben des Statistischen Landesamtes im vergangenen Jahr den größten Lohnzuwachs seit 20 Jahren erlebt. Im Schnitt verdienten sie 4,8 Prozent mehr Geld.

Als Hauptursache für den starken Zuwachs führen die Statistiker die Einführung des Mindestlohns an. Jahrelang verdienten Tausende Arbeitnehmer in Sachsen-Anhalt und in den anderen Ostbundesländern deutlich weniger als 8,50 Euro die Stunde.

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Quelle: Volksstimme.de vom 31.03.2016

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Viele Arbeitslose landen in Zeitarbeitsfirmen

Trotz neuer Zielvorgaben werden Arbeitslose oft nur in Leiharbeit vermittelt. (...) Seit 2014 wird es innerhalb des internen Zielsystems höher bewertet, wenn ein vermittelter früherer Arbeitsloser mindestens sechs Monate auf seiner neuen Stelle bleibt. Bei Zeitarbeitsfirmen ist dies oft nicht der Fall.

Trotzdem landet nach wie vor ein großer Teil der von den Jobcentern und Arbeitsagenturen betreuten Arbeitslosen bei Zeitarbeitsfirmen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor.

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Quelle: Süddeutsche.de vom 30.03.2016

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DGB hält Minijobs nicht mehr für zeitgemäß

Er hat sich deshalb für ein Ende des sozialrechtlichen Sonderstatus dieser Beschäftigtengruppe ausgesprochen (...). Vor allem jüngere Frauen lehnten Minijobs als einzige berufliche Perspektive ab, heißt es in der Kurzanalyse.

„Der Gesetzgeber sollte diesem Wunsch Rechnung tragen und sich nicht nur an den Interessen der Arbeitgeber orientieren“, betonte DGB-Bundesvorstandsmitglied Annelie Buntenbach in einer Stellungnahme.

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Quelle: Focus online vom 30.03.2016

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Wissenschaftler als prekärer Beruf

Die Initiativen gegen Niedriglohn im Wissenschaftsbetrieb mehren sich, sind aber noch sehr zersplittert. Es wird sich zeigen, ob sie sich vernetzten können.

"10 Jahre Frondienst im Dienst der Integration" und "Ich arbeite prekär - im Auftrag des Bundes": Mit solchen Parolen protestierten in den letzten Woche Integrationslehrer in verschiedenen Städten gegen ihre schlechten Arbeitsbedingungen.

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Quelle: Telepolis vom 29.03.2016

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Koalitionszwist belastet Zeitarbeitsbranche

Fast eine Million Leiharbeitnehmer sind bereits in der Wirtschaft tätig. Dennoch sieht der Verband der Personaldienstleister keinen großen Aufschwung. Die Skepsis hat mit statistischen Neuerungen und den Regulierungsversuchen der Koalition zu tun.

Zum Ärger der IG Metall trug auch Südwestmetall-Chef Stefan Wolf bei, der dem Veto der CSU Beifall gezollt und seinerseits Änderungen verlangt hatte, weil der aktualisierte Gesetzentwurf noch immer weit über den Koalitionsvertrag hinausgehe.

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Quelle: Stuttgarter-Zeitung.de vom 27.03.2016

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Angestellte bei Airbnb und Uber: "Diese Jobs schaffen ein neues Prekariat"

Airbnb und andere Firmen tun so, als hätten sie eine soziale Mission. Doch laut dem Buchautor Tom Slee beuten sie ihre Angestellten schlimmer aus als herkömmliche Firmen - und begünstigen totale Überwachung.

SPIEGEL: Wie sind die Mini-Unternehmer, von denen diese Plattformen leben, abgesichert?

SLEE: Gar nicht. Oft bekommen sie nicht mal den Mindestlohn. (...) Diese Jobs schaffen ein neues Prekariat.

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Quelle: Spiegel online vom 26.03.2016

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Vom Ehrenamt kann man nicht leben

Das Netzwerk prekäres Wissen veröffentlicht die realen Stundenlöhe von Freiberuflern. Die liegen selbst bei Gewerkschaften oft unter dem Mindestlohn.

So ermittelten sie neben dem offiziellen Honorar, den tatsächlichen Bruttostundenlohn. Einige Tätigkeiten, etwa Lehraufträge an Universitäten wurden überhaupt nicht vergütet, in mehr als zwanzig Fällen lag der tatsächliche Stundenlohn unter dem Mindestlohn.

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Quelle: taz.de vom 24.03.2016

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Mindestlohn-Kommission droht Konflikt über Evaluationsbericht

Nach Informationen der WirtschaftsWoche aus Kommissionkreisen ist eine Erhöhung des Mindestlohnes um voraussichtlich rund 30 Cent zum 1. Januar 2017 unstrittig. Differenzen drohen allerdings beim Evaluations-Bericht, den die paritätisch besetzte Kommission ebenfalls bis zum 30. Juni 2016 vorlegen soll.

Die im Gremium vertretene Arbeitgeberseite will etwa die Integration von Flüchtlingen zum Thema machen. „Der Teufel, den einige an die Wand gemalt haben, wird nie erscheinen. Das sollten endlich alle zur Kenntnis nehmen“, sagte hingegen ein Gewerkschaftsvertreter in der Kommission der WirtschaftsWoche.

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Quelle: Wirtschaftswoche online vom 24.03.2016

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Was wir über die 8,50 Euro wissen

Seit seiner Einführung Anfang 2015 wird über den Mindestlohn gestritten. Belastbare Forschung zu seinen Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt seit Einführung gibt es jedoch bislang kaum.

Analysen über die Wirkung der 8,50 Euro kranken zunächst an einem generellen Problem sozial- und wirtschaftswissenschaftlicher Forschung: Man kann beobachten, was mit einer bestimmten Maßnahme passiert ist, man kann aber bloß vermuten, was ohne diese Maßnahme passiert wäre.

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Quelle: Wirtschaftswoche online vom 23.03.2016

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So umgeht die Fleischindustrie den Mindestlohn

Eigentlich gilt ein Mindestlohn von 8,60 Euro in der Fleischindustrie, doch viele Unternehmen umgehen diesen. Wie kreativ sie dabei sind, zeigen auch Lohnabrechnungen, die unserer Redaktion vorliegen. Doch dem Zoll sind bei Kontrollen die Hände gebunden.

Der Vorwurf des NGG-Geschäftsführers für die Region Oldenburg-Ostfriesland, Matthias Brümmer: Der Subunternehmer, der Arbeiter (...) stellt, holt über das Arbeitsmaterial die durch den Mindestlohn erhöhten Personalkosten wieder rein.

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Quelle: Neue OZ online vom 23.03.2016

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Weniger befristete Verträge an NRW-Hochschulen

Hochschulen in Nordrhein-Westfalen haben mit Vertretern von Personalrätekonferenzen einen Rahmenvertrag für gute Arbeitsbedingungen an den Hochschulen unterzeichnet. Der Rahmenvertrag sieht etwa den Abbau befristeter Beschäftigungen für wissenschaftliches Personal (...) vor.

Der neue Rahmenvertrag sieht unter anderem vor, dass für wissenschaftliches Personal künftig grundsätzlich keine Verträge mit Laufzeiten von unter einem Jahr geschlossen werden.

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Quelle: RP online vom 23.03.2016

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Zur Geburt einen Aufhebungsvertrag

Von wegen Vereinbarkeit: Viele Frauen werden aus dem Job gemobbt, wenn sie nach der Babypause in Teilzeit arbeiten wollen. (...) Eine Garantie, auf den vor der Babypause angestammten Arbeitsplatz zurückkehren zu können, gibt es ohnehin nicht.

Ist eine belastbare Vollzeitkraft erwünscht, erscheint es solchen Unternehmen effizienter, die Mitarbeiterin loszuwerden und lieber einen neuen Mitarbeiter in Vollzeit einzustellen. Daher erweisen sich Chefs häufig als sehr erfindungsreich, wenn es darum geht, die reduzierte Arbeitszeit madig zu machen.

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Quelle: Zeit online vom 23.03.2016

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Berufsanfänger fürchten Altersarmut, aber vertrauen der Rente

Fast drei Viertel aller 18- bis 34-Jährigen sind davon überzeugt, dass sie im Alter nicht von ihrer gesetzlichen Renten leben können. Trotzdem vertrauen sie in das System (...). Denn ohne dieses System glauben viele Berufsanfänger nicht, dass sie es überhaupt schaffen würden, fürs Alter vorzusorgen.

Erstaunlich ist auch, dass die junge Generation, obwohl sie viel stärker von unsicherer Beschäftigung und fehlenden tariflichen Arbeitsbedingungen betroffen ist, viel eher dazu bereit ist, mehr in die gesetzliche Rente einzuzahlen als die Älteren.

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Quelle: Zeit online vom 22.03.2016

Markus Krüsemann ist Soziologe und Mitarbeiter am Göttinger Institut für Regionalforschung. Unter www.miese-jobs.de betreibt er ein Informationsportal zu atypischen und prekären Beschäftigungsformen.

URL: https://www.blickpunkt-wiso.de/post/miese-jobsde-nachrichtenueberblick-72016--1860.html   |   Gedruckt am: 04.12.2020