Hinweise

Rückblick auf 2017: Was (nochmal) zu lesen lohnt

20. Dezember 2017 | Redaktion

Ein Jahr geht zu Ende - ein guter Zeitpunkt, um zurückzublicken. Wir dokumentieren nachstehend interessante Artikel zu verschiedenen Themen, die im Laufe des Jahres auf Blickpunkt WiSo sowie auf weiteren Blogs und Webseiten erschienen sind. - Mit diesem Rückblick verabschieden wir uns in die Winterpause. Der nächste Artikel erscheint am 9. Januar. Wir wünschen unseren Leserinnen und Lesern bis dahin schöne Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr!


Studie: Steuerparadiese führen zu starker Unterschätzung der Ungleichheit

Steuern und Abgaben

Neben dem Thomas Piketty sollte man künftig vielleicht auch den IT-Spezialisten Hervé Falciani, zu denen zählen, die unser Wissen über die Ungleichheit besonders vorangebracht haben. Piketty hat das Thema mit dem Buch »Das Kapital im 21. Jahrhundert« auf die Agenda gesetzt. Falciani hat der Schweizer Tochter der Großbank HSBC Daten ihrer gut 30.000 vermögenden Kunden entwendet (SwissLeaks). Sie zeigen, dass Vermögen und Kapitaleinkommen der Reichen deutlich größer sind, als die offiziellen Daten erkennen lassen.

Norbert Häring - Geld und mehr, 14.12.2017

Quelle: http://norberthaering.de/de/27-german/news/922-siwssleaks-und-ungleichheit


Bremst eine hohe Abgabenquote das Wirtschaftswachstum?

Steuern und Abgaben

Immer wieder wird argumentiert, dass eine hohe steuerliche Belastung von Unternehmen und Privathaushalten das Wirtschaftswachstum hemme. Eine aktuelle Studie zeigt , dass es vielmehr auf die konkrete Struktur des Steuersystems ankommt.

Makronom, 13.12.2017

Quelle: https://makronom.de/bremst-eine-hohe-abgabenquote-das-wirtschaftswachstum-24451?utm_campaign=shareaholic&utm_medium=twitter&utm_source=socialnetwork


Das wirtschaftspolitische Versagen der SPD und die Agenda 2010

Sozialdemokratie

Im Rahmen der von der SPD angekündigten grundlegenden Neuorientierung ihrer Politik wird die Frage der Wirtschaftspolitik eine größere Rolle spielen. Daher ist es sinnvoll, die wirtschaftspolitischen Entscheidungen der SPD in den vergangenen 15 Jahren und ihre Wirkungen zu bilanzieren.

Blickpunkt WiSo, 07.12.2017

Quelle: http://www.blickpunkt-wiso.de/post/2154


Die Bürgerversicherung ist alternativlos, da das PKV-System keine Zukunft hat

Sozialstaat

Die SPD denkt offenbar darüber nach, die Bürgerversicherung als »rote Linie« für die kommenden Sondierungsgespräche mit der Union zu setzen. Auch wenn es eher unwahrscheinlich ist, dass die Union dies so akzeptiert, ist dies doch ein wichtiger und richtiger Schritt. Das duale System der Krankenversicherung, bei dem die gesetzliche und die private Krankenversicherung nebeneinander existieren, ist nämlich nicht nur ineffizient, sondern beinhaltet eine tickende Zeitbombe. Das Modell der privaten Krankenversicherung ist schlichtweg nicht kompatibel mit einer andauernden Niedrigzinsphase. Eine Bürgerversicherung wäre daher auch der Rettungsanker für Millionen Privatversicherte, denen horrende Beitragssteigerungen drohen.

Nachdenkseiten, 06.12.2017

Quelle: http://www.nachdenkseiten.de/?p=41443


Warum Frauen weniger verdienen

Arbeitsmarkt

Frauenarbeit wird schlechter bezahlt. Das Statistische Bundesamt hat einen »unbereinigten« Lohnabstand von 21 Prozent ermittelt. Bedeutet das, dass Frauen am Arbeitsmarkt diskriminiert werden? Die Wissenschaft sagt ja: Diskriminierung ist Teil der Erklärung. Das geht aus einem jüngst veröffentlichten, besonders guten und umfassenden Überblick über den wissenschaftlichen Erkenntnisstand zum Thema hervor.

Norbert Häring - Geld und mehr, 03.12.2017

Quelle: http://norberthaering.de/de/27-german/news/917-lohnluecke


Bedingungsloses Grundeinkommen - Risiken und Nebenwirkungen einer wohlklingenden Idee

Sozialstaat

Die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens für alle klingt zunächst attraktiv. Doch die Begründungen halten einer kritischen Überprüfung nicht stand. Arbeit und Löhne bleiben zentral. Soziale Varianten eines Grundeinkommens würden immense Abgabensätze erfordern und sind illusorisch. Zu befürchten sind ein verstärkter Druck auf Löhne und soziale Rechte sowie ein radikalisierter Neoliberalismus. Unsere Alternativen heißen gute Arbeit und gute Löhne, Stärkung des Sozialstaats und verbesserte bedarfsabhängige Leistungen.

ver.di Wirtschaftspolitik, 01.12.2017

Quelle: http://wipo.verdi.de/publikationen/++co++ab29a9ba-db39-11e7-ade4-525400940f89


»Die transnationalen Machteliten haben sowohl kosmopolitische als auch neo-nationalistische Kräfte«

Neoliberalismus

Politikwissenschaftler Dieter Plehwe über den weltweit vernetzten neoliberalen Elitezirkel Mont Pèlerin Society

Telepolis, 26.11.2017

Quelle: https://www.heise.de/tp/features/Die-transnationalen-Machteliten-haben-sowohl-kosmopolitische-als-auch-neo-nationalistische-Kraefte-3896376.html


Zu Tode gespart

Wirtschaft

Europas Wirtschaft ist wieder auf Wachstumskurs. Siebeneinhalb Jahre nach Ausbruch der Euroschuldenkrise werden selbst in Südeuropa neue Stellen geschaffen, investieren Unternehmen und blicken die Bürger zuversichtlicher in die Zukunft. Die Realität gleicht zunehmend jenem Szenario, das Befürworter eines harten Sparkurses ab 2010 zeichneten: auf eine schmerzvolle Umbauphase, in der jedes Land seine Staatsfinanzen in Ordnung bringt und die Wirtschaftsstrukturen modernisiert, würden sie anschliessend gestärkt hervorgehen und mittelfristig solide wachsen. An den Finanzmärkten spricht man kurzum von «short pain, long gain». Ob sich diese Vorhersage nun tatsächlich bewahrheitet, ist allerdings ungewiss. Das liegt nicht so sehr daran, dass längst nicht alle wünschenswerten Strukturreformen durchgeführt wurden. Sondern der Sparkurs selbst ist Schuld, dass die anfängliche Rechnung vermutlich nicht aufgehen wird. Die Austeritätspolitik ist gescheitert.

Never mind the markets, 13.11.2017

Quelle: https://blog.tagesanzeiger.ch/nevermindthemarkets/index.php/42826/zu-tode-gespart/


Paradise Papers: Milliarden ja, Migranten nein

Steuern und Abgaben

Der eigentliche Skandal, den die «Paradise Papers» aufdecken: dass die Konzerne und Staaten die armen Länder völlig gesetzeskonform ausrauben.

Wochenzeitung, 09.11.2017

Quelle: https://www.woz.ch/1745/paradise-papers/milliarden-ja-migranten-nein


Der Niedergang der FDP: Vom sozialen Liberalismus zum marktradikalen Neoliberalismus

FDP

Im Oktober 1971 hatte die FDP mit den Freiburger Thesen ein klares Bekenntnis zu einem sozialen Liberalismus abgelegt. Sie bildeten die nachgereichte programmatische Grundlage für eine sozialliberale Politik, die die Republik veränderte. Doch schon ab 1977 schwenkte die FDP in Richtung Marktradikalität, bis sie im September 1982 eine ganze Ära beendete und gezielt politische Schleusen öffnete, um neoliberalistische Programme des Sozialabbaus in die Politik strömen zu lassen.

Blickpunkt WiSo, 26.10.2017

Quelle: http://www.blickpunkt-wiso.de/post/2127


Weiße Vorherrschaft für manche, aber nicht für alle

Rechtspopulismus

Wie der Rassismus in den USA den gemeinsamen Kampf der Arbeiter_innen verhindert. - Wenn weiße Arbeiter_innen von kapitalistischer Ausbeutung nicht profitieren, warum ist es dem Rassismus dann möglich, sie von der Vereinigung mit nicht-weißen Arbeiter_innen abzuhalten? Schließlich könnten sie mit diesen gemeinsam für das Wohl aller Arbeiter_innen kämpfen? Die Antwort liegt in der weißen Identität, die ein gegen Schwarze Menschen gerichteter Rassismus produziert.

Blickpunkt WiSo, 05.10.2017

Quelle: http://www.blickpunkt-wiso.de/post/2074


Eine Wahlnachlese: Wie war das eigentlich mit den »Abgehängten« und den Nichtwählern?

Rechtspopulismus

Immer wieder wird man mit dem Narrativ konfrontiert, dass es gerade auch die Menschen in prekären Lebenslagen gewesen sein sollen, die - vor allem in Ostdeutschland, womit wir einen Bezug zum Tag der Deutschen Einheit haben - zu dem beigetragen haben, was wir nun im Parlament der kommenden vier Jahre erleben werden.

Aktuelle Sozialpolitik, 04.10.2017

Quelle: https://aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de/2017/10/wahlnachlese-abgehaengte-und-nichtwaehler.html


»Unser Sozialismus des 21. Jahrhunderts« – Jeremy Corbyns mitreißende Parteitagsrede

Sozialdemokratie

Die britische Labour Party gilt mit ihrem progressiven Vorsitzenden Jeremy Corbyn als eines der möglichen Vorbilder für eine Neuausrichtung der deutschen Sozialdemokraten. Die NachDenkSeiten berichteten ausführlich darüber. Da in den deutschen Medien ja nur selten und dabei fast nie fair über Corbyn berichtet wird, freuen wir uns, Ihnen seine Rede vom Labour-Parteitag vom Anfang der Woche in einer leicht gekürzten Version vorstellen zu dürfen.

Nachdenkseiten, 29.09.2017

Quelle: http://www.nachdenkseiten.de/?p=40357


Der DGB sollte den Sachverständigenrat sehr ernst nehmen

Wirtschaft

Der Einfluss des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung war sicherlich schon einmal größer. Die Gewerkschaftsspitzen sollten dennoch der Versuchung widerstehen, ihr Vorschlagsrecht auf die leichte Schulter zu nehmen. Das zeigt die gegenwärtige Kampagne der arbeitgebernahen Ratsmehrheit gegen Peter Bofinger allzu deutlich.

Norbert Häring - Geld und mehr, 05.09.2017

Quelle: http://norberthaering.de/de/27-german/news/883-dgb-bofinger


Klasse Bewusstsein

Ungleichheit

Proletariat 2.0: Die einen haben das Kapital, die anderen nur ihre Arbeitskraft. Ist dem immer noch so? Das ewige Reden von der »Mittelschicht« jedenfalls führt zu nichts

Der Freitag, 30.08.2017

Quelle: https://www.freitag.de/autoren/sebastianpuschner/klasse-bewusstsein


»Wir überlisten die Algorithmen«

Technologie

Was ist linke Technik? Mit dieser Frage beschäftigt sich Richard Barbrook. Ein Gespräch übers Silicon Valley und linken Wahlkampf.

taz, 28.08.2017

Quelle: http://www.taz.de/!5433224/


‚Neue Menschen‘ oder Jubelmasse? Die Rechte, die Linke und die ‚kleinen Leute‘

Rechtspopulismus

Die Linke habe die »einfachen Menschen« im Stich gelassen, behauptet die Rechte, und setzt sich als wahre Vertretung der »kleinen Leute« in Szene. Ist es wirklich das historische Erbe der Linken, das sie anzutreten glaubt? Gedanken über den Antipopulismus der Arbeiterbewegung.

Geschichte der Gegenwart, 23.08.2017

Quelle: http://geschichtedergegenwart.ch/neue-menschen-oder-jubelmasse-die-rechte-die-linke-und-die-kleinen-leute/


Der Seitenwechsel

Rechtspopulismus

Während das Kulturmilieu sich von den Neuen Rechten abschirmt, versucht der linke Soziologe Thomas Wagner in seinem gewagten Buch »Die Angstmacher« mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Kann das was bringen?

Zeit online, 16.08.2017

Quelle: http://www.zeit.de/2017/34/die-angstmacher-thomas-wagner-rechte-afd/komplettansicht


Putting the Red back in Redneck

Rechtspopulismus

Hillbillys und Rednecks gelten als rechte Hinterwäldler, doch in den USA organisieren sich immer mehr weiße Arbeiter_innen gegen Kapitalismus und Rassismus

ak - Analyse & Kritik, 15.08.2017

Quelle: https://www.akweb.de/ak_s/ak629/16.htm


»Jobwunder«? Vom Umverteilen und Downsizing der Arbeit

Arbeitsmarkt

Nein, die Agenda 2010 ließ kein Jobwunder geschehen. Wie Patrick Schreiner und Joshua Seger hier kürzlich darlegten, hat sich der Arbeitsmarkt nicht wegen, sondern trotz der für die Beschäftigten so fatalen neoliberalen Arbeitsmarktpolitik positiv entwickelt. Im folgenden Beitrag zum Thema Jobwunder wird anhand einiger Arbeitsmarktzahlen die Rede vom Arbeitsmartkmirakel ins Reich der Fabel verwiesen.

Blickpunkt WiSo, 05.07.2017

Quelle: http://www.blickpunkt-wiso.de/post/2076


Ein Blick ins Wahlprogramm: Die AfD ist keine Partei für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Rechtspopulismus

Auf dem Bundesparteitag Ende April in Köln hat die AfD ihr Wahlprogramm für die Bundestagswahl beschlossen. Herausgekommen ist eine krude Mischung, die sich in Teilbereichen zumindest formal an Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmer und sozial Benachteiligte wendet. Doch was hat die AfD diesen Menschen tatsächlich anzubieten?

Blickpunkt WiSo, 14.06.2017

Quelle: http://www.blickpunkt-wiso.de/post/2053


Eine neue Klassenpolitik

Rechtspopulismus

Warum wir die Kritik an der AfD mit einer Kritik an der herrschenden Politik verbinden sollten. - Die AfD ist anders als die bisherigen rechten Parteiversuche in der Geschichte der Bundesrepublik. Der AfD gelingt es besser, ihre Inhalte in eine moderne Hülle zu verpacken. Aber nicht nur das: Als rechte Sammlungspartei ist sie mehr als eine völkische Partei, sie ist auch eine nationalneoliberale und eine nationalkonservative Partei. Entsprechend funktionieren erprobte Anti-Rechts-Politiken − Diskreditieren, Blockieren und Ausgrenzen − nicht mehr. Andere Strategien sind gefragt.

Blickpunkt WiSo, 08.06.2017

Quelle: http://www.blickpunkt-wiso.de/post/2050


Die Renaissance der Klassengesellschaft

Ungleichheit

»Deutschland geht es gut« betont Angela Merkel bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Eine Botschaft, die durchaus auf fruchtbaren Boden fällt. Das kann man in Alltagsgesprächen immer wieder feststellen. Da heißt es dann: »Uns geht’s doch gut«. Deshalb wollten wir dieses Thema einmal gründlicher aufarbeiten. Udo Brandes hat für die NachDenkSeiten mit dem Arbeitssoziologen Prof. Dr. Klaus Dörre (Universität Jena) ein Interview geführt.

Nachdenkseiten, 19.05.2017

Quelle: http://www.nachdenkseiten.de/?p=38356


Warum Menschen sowas mitmachen - Neoliberales Denken und Handeln

Neoliberalismus

Der Neoliberalismus macht auch vor dem Banalen und scheinbar Nebensächlichen, dem »Kleinen« und scheinbar Unpolitischen nicht halt. Der nachfolgende Text fragt nach den Formen, die der Neoliberalismus im Denken und Handeln der Menschen angenommen hat. Dabei stehen lebensweltliche und alltägliche Aspekte im Mittelpunkt. Der Text ist dem jüngst erschienenen Buch »Warum Menschen sowas mitmachen - Achtzehn Sichtweisen auf das Leben im Neoliberalismus« entnommen.

Blickpunkt WiSo, 17.05.2017

Quelle: http://www.blickpunkt-wiso.de/post/1985


Super Mario lässt Geld regnen

Wirtschaft

Wem nützt die europäische Geldpolitik?

ver.di Wirtschaftspolitik, 01.05.2017

Quelle: https://wipo.verdi.de/++file++5922b1d556c12f7223e82d75/download/02-2017%20Info%20Geldpolitik.pdf


Aufstand der Etablierten? Rechtspopulismus und die gefährdete Mitte

Rechtspopulismus

Seit der Jahrtausendwende haben Gefährdungsdiagnosen zur Mittelschicht auch in Deutschland einiges Aufsehen erregt.[1] Realeinkommen stagnieren, Erwerbsunsicherheiten, prekäre Beschäftigungssituationen und Phasen der Arbeitslosigkeit sind für immer mehr Beschäftigte zu einem realistischen Szenario geworden (Castel/Dörre 2009). Und während der obere und der untere Rand immer weiter auseinanderdriften, wachsen auch die Verwerfungen innerhalb der Mittelschicht. Auch zunehmend mehr Hochschulabsolventen sind von Unsicherheiten und prekären Beschäftigungsbedingungen betroffen (Tölke/Hank 2005; Manske 2007, 2009). Angesichts solcher Befunde wachsen auch die Sorgen über das Integrationspotenzial der Gesellschaft.

Soziopolis, 12.04.2017

Quelle: https://soziopolis.de/beobachten/kultur/artikel/aufstand-der-etablierten/


Die Tea-Party in Selbstbehauptungskämpfen

Rechtspopulismus

Arlie Russell Hochschild: Strangers in their own land. Anger and mourning on the american right. - Fallgeschichten aus dem US-Amerikanischen Süden, der vom Gas und Öl lebt und durch beides – als Industrie – vernichtet wird.

kritisch-lesen.de, 04.04.2017

Quelle: https://kritisch-lesen.de/rezension/die-tea-party-in-selbstbehauptungskampfen


Der Volksbegriff der Rechten unterscheidet sich grundsätzlich von dem der Linken

Rechtspopulismus

»We, the people«, »Alle Gewalt geht vom Volke aus« - so steht es am Anfang demokratischer Verfassungstexte. Aber wer ist das Volk? Woraus besteht es? Aus allen, die einen gemeinsamen Lebensstil teilen, aus den Inhabern gültiger Personalausweise, oder ist das Volk nur der lyrische Grund der Verfassung - und sonst nichts? Gegenwärtig konstruiert sich der rechte Populismus erfolgreich sein Volk herbei. Von der AfD bis zur französischen Front National besteht eine folgenreiche Annahme: Das Volk existierte schon immer erkennbar. Es besteht aus einer nationalen Mittelschicht, die durch scheinbar normale Grenzen und innere Homogenität definiert ist.

Blickpunkt WiSo, 16.03.2017

Quelle: http://www.blickpunkt-wiso.de/post/2002


Von wegen unbezahlbare Renten: Produktivität schlägt Demografie

Rente

Das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hat einst medienwirksam eine Horrornachricht verbreitet: Wenn man das Rentenniveau stabilisieren und gleichzeitig den Beitragssatz nicht ansteigen lassen wolle, müsse das Renteneintrittsalter angehoben werden – und zwar bis 2041 auf 73 Jahre. Allerdings blenden die Kölner aus, dass 2041 die Produktivität sehr viel höher sein wird als heute. Diese Produktivitätsgewinne machen es möglich, das Rentenniveau zu stabilisieren, ohne das Rentenalter anheben zu müssen.

Blickpunkt WiSo, 02.03.2017

Quelle: http://www.blickpunkt-wiso.de/post/1935


Für eine neue Linke oder: Das Ende des progressiven Neoliberalismus

Neoliberalismus

Die Wahl Donald Trumps ist einer von vielen dramatischen Akten politischen Aufruhrs, die zusammengenommen einen Kollaps der neoliberalen Hegemonie anzeigen. Zu diesen Akten zählen das Brexit-Votum in Großbritannien, die Zurückweisung der Renzi-Reformen in Italien, die Kampagne zur Nominierung von Bernie Sanders als Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten und der zunehmende Rückhalt für den Front National in Frankreich. Die Reihe ließe sich fortsetzen. So sehr sie sich weltanschaulich und in ihren Zielen unterscheiden mögen, haben diese Meutereien des Wahlvolks doch eines miteinander gemein: In allen Fällen handelt es sich um Absagen an die wirtschafts- und finanzgesteuerte Globalisierung, den Neoliberalismus und die politischen Establishments, die beides förderten.

Blätter für deutsche und internationale Politik, 17.02.2017

Quelle: https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2017/februar/fuer-eine-neue-linke-oder-das-ende-des-progressiven-neoliberalismus


Europa – gemeinsam einsam

Wirtschaft

Ein wenig bürokratisch, aber ansonsten doch sehr erfolgreich – so lautet das Zwischenfazit der allermeisten Bewertungen, wenn es um das »gemeinsame Europa« geht. Abseits der Sonntagsreden ist von der Gemeinsamkeit der Länder der Europäischen Union jedoch wenig zu spüren. Die neoliberale Ära hat ihre Spuren hinterlassen. Der komplette Süden ist mittlerweile soziökonomisch vom europäischen Traum abgehängt und die östlichen Mitgliedsländer verlieren immer mehr den Anschluss. Ein kleiner Ausflug in die Datenbank von Eurostat zeigt, wie geteilt Europa mittlerweile ist. Ohne einen massiven Kurswechsel droht Europa auseinanderzubrechen.

Nachdenkseiten, 10.02.2017

Quelle: http://www.nachdenkseiten.de/?p=36966


»Essen, Sport und Gesundheit sind zur Ersatzreligion geworden«

Neoliberalismus

Gesund oder krank - das wird zunehmend als Frage von Moral, Schuld und Verantwortung gesehen. Dabei kann niemand die selbst auferlegten Regeln einhalten.

Süddeutsche Zeitung, 24.01.2017

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/politik/2.220/selbstoptimierung-darfs-ein-bisschen-mehr-sein-1.3340810


Abstiegsgesellschaft oder Ausweitung der Kampfzonen

Rechtspopulismus

Zu den meistdiskutierten politischen Büchern des Jahres 2016 gehört Oliver Nachtweys »Abstiegsgesellschaft«. Zu Recht, denn es bietet, was selten geworden ist: ein politisch eingreifendes Denken, das mittels soziologischer Phantasie (C. Wright Mills) Zusammenhänge herzustellen wagt, wo andere sich damit bescheiden, Spezialisten zu bleiben. Befunde zu Ökonomie, Sozialpolitik, Arbeitssoziologie, Ungleichheits- und Protestforschung werden zu einer schillernden Deutung der heutigen Gesellschaft verknüpft. Das hat allerdings seinen Preis, denn das Buch steckt voller Widersprüche und Ambivalenzen.

Zeitschrift Luxemburg, 15.01.2017

Quelle: http://www.zeitschrift-luxemburg.de/abstiegsgesellschaft-oder-ausweitung-der-kampfzonen/


»Die Scham wird in Wut verwandelt«

Rechtspopulismus

Der Aufstieg von rechten Populisten liege auch am Versagen westlicher Sozialdemokraten, sagt Sighard Neckel. Neue Bündnisse seien dringend notwendig.

taz, 29.12.2016

Quelle: https://taz.de/!5361249/


URL: http://www.blickpunkt-wiso.de/post/rueckblick-auf-2017-was-nochmal-zu-lesen-lohnt--2158.html   |   Gedruckt am: 27.04.2018